Monatsarchiv: Oktober 2013

China–Mao, Hangzhou und Moganshan

Heute war unser letzter Tag in Beijing. Wenn es Conny noch richtig schlecht gegangen wäre, hätten wir hier noch zwei weitere Nächte verbracht und hätten unsere Reisegruppe dann in Shanghai wieder angetroffen, aber so können wir mit ihnen gemeinsam noch einen Zwischenstopp in Hangzhou einlegen. Der Nachtzug geht heute Abend um 17 Uhr und Conny fühlt sich auch in der Lage den Trip mitzumachen, also auschecken um 12 und vorher noch ins Mausoleum von Chairman Mao, so nennt man hier Mao Zedong.

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Da gestern hier auf dem Tianamen Square wohl ein Unfall gewesen ist, waren die Sicherheitsvorkehrungen sehr streng und wir mussten erstmal durch drei Sicherheitsschleusen. Kameras, Handies, Feuerzeuge und aller möglicher Kram wurde einkassiert, bevor wir das Mausoleum betreten durften. Vor dem Eingang konnte man noch Blumen kaufen, was auch etwa 70% der Chinesen gemacht haben. Drinnen war absolute Ruhe. Das ganze fühlte sich ein bisschen wie eine echte Beerdigung an, obwohl Mao dort ja schon seit den 70er Jahren liegt.

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Die Verehrung von Mao Zedong nimmt hier in China teils schon krasse Züge an. Hier hängen an vielen Stellen Bilder von ihm, man bekommt T-Shirts mit ihm, sein Mausoleum steht mitten in Beijing und an seinem Sarg haben auch Jahrzehnte nach seinem Tod noch Leute geweint. Ich fand den Leichnam weniger spannend, er sah ein bisschen nach Wachs aus und war bis zum Hals mit einer China-Fahne zugedeckt.

Wer war Mao überhaupt? Er hat China zwar nicht vereint, das hat einer vor ihm gemacht, aber er hat hier den Kommunismus eingeführt und aus China die People’s Republic of China gemacht. Er hat die Bevölkerung zudem zum Kinderkriegen aufgerufen und in seiner Amtszeit ist die Bevölkerung von 500 Mio. auf etwa 800 Mio. gestiegen. Auch eine Folge des damaligen Strukturwandels in China vom Agrarstaat zur Industrienation. Wikipedia lesen, Leute! Total spannend!

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Um 17 Uhr ging es dann in den Night Train. Um 22 Uhr ist in den Zügen immer Schlafenszeit, dann geht auch das Licht aus. Bis dahin wird in der Regel einiges an Gerstensaft und Brandy vernichtet und viel gequatscht. So auch dieses mal. Ich mag Nachtzugfahrten inzwischen ganz gerne und kann auch in den Betten ganz gut schlafen. 15 Stunden dauerte unsere Fahrt, das ist auch echt annehmbar. Man erinnere sich an unseren ersten Nachtzug, der ging 25 Stunden.

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Angekommen in Hangzhou ging es erstmal Dumplings frühstücken und dann ein bisschen durch die Innenstadt. Conny war noch nicht nach Spazierengehen zumute und sie blieb mit Amy aus England im Bus, der sie dann direkt zu unserem Mittagessen-Lokal brachte. Ich bin aber durch die Innenstadt gegangen, habe aber nur viel Ramsch gesehen und nichts gekauft.

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Am Interessantesten war ein privates Museum in das wir kurz reingeschaut haben, dort gab es mehrere liegende Buddhas mit diversen kleinen Kindern drauf. Was sich genau dahinter verbirgt, konnte mir leider keiner sagen. Ich habe außerdem herausgefunden, dass ich im Jahr der Maus geboren bin. Ich dachte immer es wäre das Jahr des Schweins oder der Ratte gewesen. Maus gefällt mir besser.

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Ein seltsames Kunstwerk hat Ben da noch entdeckt und direkt in den Arm genommen. Ihr könnt euch selber überlegen, was das denn darstellen soll. Nach der Innenstadt ging es direkt weiter zum West Lake. Hangzhou ist eine der beliebtesten Erholungsstädte in China und der Westlake ist so ziemlich der beliebteste Grünstreifen dort. Der Lake ansich ist wohl 12km lang und rings herum ist Erholungsgebiet.

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Der Park durch den wir geschlendert sind ist in der Tat sehr schön und viele Chinesen nutzen die Chance, hier ein wenig unversmoggte Luft zu atmen und die Seele baumeln zu lassen.

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Viele tun dies übrigens indem sie mit traditionellen chinesischen Instrumenten Musik machen, schief dazu singen oder Chachacha tanzen. Es gibt auch die Möglichkeit mit Booten über den See zu dengeln, das haben wir aber mal nicht gemacht, wir mussten ja rechtzeitig zum Mittagessen.

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Stattdessen gab es noch ein kleines Gruppenfoto vor dem See. Ich bin vorne links direkt neben unserem Guide, Cristel.

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Rund um den See gibt es diverse Skulpturen und kleine Pavillions, der Stress der chinesischen Straßen oder die vielen Baustellen sind von hier aus wirklich nicht zu erkennen.

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Wir sind von dort dann weiter zum Restaurant “Grandma’s Kitchen”, wo wir gemeinsam Mittagessen. Conny und Amy waren schon da und haben auf uns gewartet. Angeblich ist es das populärste Restaurant Hangzhous, die Warteschlange am Eingang würde dafür sprechen, die Preise nicht, wir haben etwa 3€ pro Person für ein krass großes Mahl bezahlt.

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Das waren die ersten Gerichte die auf unserem Tisch ankamen. Unten ist mein Kung Pao Chicken, links in den Orangenhälften ist mashed sweet potato, rechts sind irgendwo noch Bohnen, in der Mitte Algen. Es war alles sehr sehr lecker. Mein Kung Pao war nur etwas scharf, ich habe meine Zunge wieder für ein paar Minuten nicht gespürt, das gibt bestimmt wieder Spaß in der Porzellanabteilung.

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Von dort ging es dann mit dem Bus nach Moganshan, was übersetzt wohl Mount Mogan heißt. Also ab in die Wildnis. Hier wird viel Bambus angebaut und hier gibt es ein paar Berge, alles sehr idyllisch. Wir sind hier in einer Lodge einquartiert, die für unseren Geschmack echt sehr luxuriös ist. Ein bisschen wie eine Waldhütte. Sehr cool. Morgen geht es von hier aus dann Wandern und vielleicht auch in einer Lagune schwimmen, wenn das Wetter mitspielt, jetzt gerade regnet es nämlich. Das dürfte jetzt der zweite oder dritte Regen sein, seit wir Deutschland verlassen haben. Nach dem Wandern geht es dann morgen nach Shanghai und dort gibt es einen Pub Crawl. An Halloween. Das wird ein Spaß!

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Hier habe ich mal unser Guidebook fotografiert, da ist nämlich ein grober Plan drin, wie das hier in China abläuft, hätte ich auch mal eher posten können. Der Plan hat zwar geografisch einige haarsträubende Fehler, aber er verdeutlicht unsere Rundtour schon ganz gut.

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Wer mir die beiden offensichtlichsten Fehler nennen kann, bekommt ein Souvenir aus Hong Kong Smiley

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China–Pearl Market und Bird’s Nest

Zuerst mal das Wichtigste: Conny ist auf dem Wege der Besserung. Endlich. Sie war heute aber den ganzen Tag im Hostel und ist nicht mitgekommen zum Pearl Market und auch nicht zum Bird’s Nest (=Olympiastadion). Ich tippe die Blogartikel derzeit retrospektiv und Conny sitzt inzwischen wieder halbwegs fit neben mir.

Vormittags ging es dann also zum Pearl Market. Das ist eigentlich nichts anderes als eine Markthalle mit allen möglichen Ständen. Alles Fake natürlich. Dahin sind wir erstmal mit der schön überfüllten Subway. Besonders cool: In den Tunneln der Subway sind wohl LED-Tafeln montiert, die Werbung zeigen die sich genausoschnell wie die Subway bewegt und somit immer auf Höhe des Zuges zu lesen ist.

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In der Markthalle gab es dann wirklich alles und nichts und selbst wenn es nach original aussah, sich so anfühlte und so roch: Alles hier ist gefälscht. Rolex Uhren, Kopfhörer, IPhones, Handtaschen, Jacken, T-Shirts, Gürtel, Anzüge, Krawatten… bedruckt mit allen bekannten Markennamen. Ich habe mir selbst nur einen Gürtel gekauft, da meine Hosen anfangen zu rutschen. Verdammt.

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Der Gürtel sollte ursprünglich 180 Yuan kosten, das ist dann etwas über 20 Euro. Nach ein wenig geschickter Verhandlung landeten wir dann bei 30 Yuan. Das sind dann knapp 5 Euro. Krass. Ich fühle mich beim Handeln aber nicht so richtig wohl, man muss schon ganz schön dreist handeln, um einen gescheiten Preis zu bekommen.

Nachmittags ging es dann, wieder mit der vollen Metro, zum Olympia Park. Wir kommen also aus der Metrostation heraus und sehen…. nichts…. nur Nebel. Es ist heute so Smoggy hier in Beijing, dass man etwa 200m Sichtweite hat. Man konnte also so gerade das gigantische Stadion im Nebel erkennen.

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Wir sind dann ein wenig über das Gelände geschlendert, haben gewartet bis das Licht angeht und sind dann auch relativ schnell wieder zurück zum Hostel, denn so richtig viel gab es hier nicht zu tun, es sei denn man wollt unsinnige Souvenirs kaufen.

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Im Hostel war dann noch der Abschied von einem Teil unserer Reisegruppe. Einige sind von Beijing nach Beijing gereist und deren Reise endet hier, wieder andere sind nur von Hong Kong nach Beijing gereist und auch die bleiben hier und begleiten uns nicht zurück nach Hong Kong. Insgesamt hatten wir bis hierhin eine tolle Reisegruppe, aber zuletzt waren wir 30 Personen, das war etwas viel. Mit nun 13 Personen ist es einfacher.

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Morgen haben wir dann noch einen halben Tag in Beijing, bevor wir am frühen Nachmittag dann gen Süden nach Hangzhou fahren und dort dann in einer Lodge im Wald bleiben werden.

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China–Sonnenaufgang auf der chinesischen Mauer, Verbotene Stadt und eine kranke Conny

Pünktlich um 5:40 standen wir also bereit, um dem Sonnenaufgang an der chinesischen Mauer beizuwohnen. Verdammt, war das früh. Und es war nicht nur früh. Es war auch eiskalt. Wir sind hier glaube ich ein paar Meter über dem Meeresspiegel und außerdem relativ weit entfernt von Beijing, die Temperatur war schon nahe am Gefrierpunkt würde ich mal tippen.

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Ich hatte sogar noch mehr Klamotten an als gestern: Longsleeve, T-Shirt, Fleece, Hoodie, Regenjacke. Und ich war trotzdem am frieren. Die Heizung im Bus war angeblich auch hinüber. Na toll. Also schnell rüber zur Mauer und dem Sonnenaufgang entgegen.

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Beim Klettern auf der Mauer wurde mir auch sehr schnell warm. Wir haben es gemacht wie gestern: Ich bin drauf los gerannt und Conny ist langsam hinterher, sie ist ja noch immer nicht so ganz fit. Auf der Mauer hatten wir dann auch noch genügend Zeit, bis die Sonne dann hinter den Bergen aufgegangen ist. Genug für ein paar Fotos im Morgengrauen.

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Im morgendlichen Licht wirkt die Mauer nochmal ein wenig imposanter, finde ich zumindest. Und wir waren so früh am Morgen hier tatsächlich die Einzigen, die auf der Mauer herumgelaufen sind. Dementsprechend einsam sehen auch die Fotos aus.

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Nach und nach ließ sich die Sonne dann blicken und tauchte die komplette Landschaft in ein warmes Gelb. Mit so einer Aussicht ist ein Sonnenaufgang natürlich richtig toll. Da stört auch der Smog kaum, der heute stärker als Gestern von Peking herüberweht.

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Wieder war es sehr schwer die unglaubliche Aussicht und das sich ständig ändernde Licht in Fotos zu fassen, ich habe geknipst wie ein bekloppter und hoffe, dass die Fotos diese krasse Stimmung ein wenig rüberbringen. Panoramafotos habe ich auch duzende gemacht, vielleicht drucke ich mir mal eins auf Leinwand.

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Der Sonnenaufgang währe auch schon ohne Mauer faszinierend gewesen, mich beeindruckt es mit der Mauer aber noch mehr. Man muss stets zweimal hinschauen, wenn man bis zum Horizont nur diese unglaublich lange Mauer sieht.

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Da ich den Sonnenaufgang fast vom höchsten Punkt aus verfolgt habe, konnte ich auf dem Weg nach unten die Sonne quasi überholen und noch 2 weitere Sonnenaufgänge erleben. Den zweiten davon habe ich auf halber Strecke erlebt und einen Reisekumpanen kurz um ein Foto gebeten. Bei dem Licht wird fast jedes Foto ein Hit.

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Ganz besonders stolz bin ich auf folgendes Foto. Man sieht hier schon relativ viel von der Sonne und eine echt klasse Färbung der Mauer, die leider nur wenige Sekunden anhielt, unmittelbar danach färbte sich alles etwas natürlicher und heller ein und der Moment war vorbei. Das Foto ist dennoch klasse!

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Auf dem Weg nach unten habe ich dann auch Conny wieder aufgesammelt und dann den dritten Sonnenaufgang mit ihr zusammen gesehen. Inzwischen war uns auch beiden nicht mehr so richtig kalt, wir sind ja viel gekraxelt. Connys Erkältung hat das natürlich gar nicht gut getan, sie war ordentlich am röcheln.

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Aber auch eine röchelnde Conny steht mir auf der Mauer kurz Motiv für ein schönes Foto. Man sieht an ihrer Kleidung, wie bitter Kalt es dort morgens war. Hinter ihr auf der Mauer kraxeln 5-6 Leute aus unserer Reisegruppe die Mauer hinab in Richtung Bus.

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Der Bus brachte uns dann auch nach Peking ins Hostel. Endlich. Auf dem Weg musste ich als einziger mittendrin pullern und mangels Klo an die Mauer eines Kindergartens strullen. Unangenehm. Im Hostel dann haben wir noch einige Zeit warten müssen, bis wir unser großzügiges Zimmer beziehen konnten. Dann ging es los in Richtung Tianamen Square und verbotene Stadt.

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Auf dem ersten Bild sieht man übrigens unsere neue Einheitskleidung in der Reisegruppe. Wir haben alle am Shaolin-Tempel Kung Fu Schuhe gekauft, diese kosteten lediglich 25 Yuan und somit keine 3 Euro. Sie sind total bequem und wir werden mal schauen, wie lange sie halten. Mit Schuhen sind wir dann nach 10 Minuten gehen am Tianamen Square angekommen und mussten zunächst einmal eine Sicherheitskontrolle über uns ergehen lassen.

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Ich bin gerade durch, als ich hinter mir ein gurgeln höre und…. oh Gott… da hat Conny glatt auf den Platz des himmlischen Friedens gebrochen. Nicht gut. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass sie wohl eine Lebensmittelvergiftung hatte und sie wurde von unserem Guide sofort zurück ins Hostel gebracht. Doch dazu später mehr, jetzt erstmal weiter mit der Forbidden City, denn ich bin bei der Gruppe geblieben.

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Der Platz an sich ist relativ unspektakulär, aber relativ groß. Am hinteren Ende befindet sich eine große chinesische Flagge, die jeden Morgen von einem mehr oder weniger prominenten Chinesen gehisst wird. Da schauen dann mehrere Tausend Leute zu. Hinter der Fahne befindet sich dann die Forbidden City, die sich durch ein großes Gebäude mit Mao-Gesicht und eine große rote Mauer zeigt.

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Durch den ersten Eingang kommt man bereits in das Innere der Forbidden City. Soweit ist das Ganze dann auch noch umsonst und zudem relativ unspektakulär. Der Eintritt kostet 60 Yuan für Erwachsene und 20 Yuan für Studenten. Wenn man einen Führerschein dabei hat, geht der aber auch als Studentenausweis durch. Ich hatte meinen leider nicht da. Verdammt. Naja, 60 Yuan sind etwa 7,50 €.

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Nach dem Zahlen ging es dann durch das nächste Portal in einen riesigen Innenhof, die eigentliche Forbidden City. Das Ganze war übrigens mal der Palast für insgesamt 24 Emperors von China. Der Letzte regierte hier bis 1912. Der erste etwa 250 Jahre vorher. Der Palast heißt Forbidden City, weil es normalsterblichen verboten war, hier ein und aus zu gehen. In diesem Sinne wäre dann auch der Buckingham Palace eine Forbidden City. Der Palast in Peking ist etwa 900m lang und 700m breit.

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Auf dem ersten Platz sah man einige Brücken über einen kleinen Kanal und direkt das nächste Gebäude/Portal. Hier verhielt es sich wohl so, dass nur der Kaiser durch das mittlere schreiten durfte, alle anderen mussten eine andere Tür nutzen. Wir sind natürlich hindurchgeschritten. In diesen Gebäuden ist alles aus Holz und in Rot gehalten. Eine typische Farbe der Ming-Dynastie.

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Was erwartete uns danach? Richtig! Ein weiterer weitläufiger Platz und an dessen Ende das nächste Gebäude. Dieses Gebäude – und die nächsten 3 oder 4 auch – dienten bei unterschiedlichen Kaisern unterschiedlichen Zwecken. Der eine nutzte es als Garderobe, der andere hielt Sitzungen ab. In jedem der Gebäude hat irgendwer schonmal geheiratet. In jedem Gebäude steht heute irgendein Thron.

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Nachdem wir das erste richtige Gebäude passiert hatten, folgte direkt das nächste, welches ein wenig prunkvoller und älter aussah. Im Stil gleichen sich aber alle Gebäude ziemlich. Warum zwischen den Gebäuden solch riesige Plätze sind und ob die früher belebt waren, blieb leider unbeantwortet.

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Dass man mitten in Beijing steht, merkt man hier garnicht. Außerhalb der Forbidden City ist die Stadt sehr hektisch, laut und groß. Hier drin halt sehr weitläufig. Egal in welche Richtung man schaut, man erkennt durch den Smog immer viele traditionelle chinesische Gebäude.

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Auf dem ganzen Geländer verteilt finden sich solche Kessel wie auf dem linken Bild. Diese werden in den Sommermonaten mit Wasser gefüllt, da die ganze Stadt aus Holz gebaut ist und man es vermeiden will, dass sie wieder einmal abbrennt. Sie ist nämlich in ihrer Geschichte schon einige Male abgebrannt. Auch einen Thron durfte man einsehen, die anderen waren geschützt.

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Wo welche Bediensteten gewohnt haben und wieviele Leute hier aktiv waren am Hof des Kaisers konnte unser Guide leider nicht beantworten. Es war schon kurz vor 5 und um 5 macht die Forbidden City zu, also mussten wir ein wenig hektisch durch die Höfe flitzen.

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Zuletzt kam man noch in den Emperors Garden. Dort sind relativ viele Bäume aus unterschiedlichen Ländern. Vermutlich Geschenke. Man konnte sich hier gut vorstellen, dass der Kaiser hier durchgewandelt ist. Dann ging es auch schon wieder raus. Es geht wohl mit kaiserlichen Gebäuden noch weiter hinter dem Ausgang. Diese gehören aber nicht zur Forbidden City. Irgendwo dort muss auch der Baum stehen, an dem sich einer der Kaiser aufgehängt hat, den haben wir aber auch leider nicht gesehen. Ihr merkt schon, unser Guide in Beijing war wenig auf Zack.

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Nachdem ich dann von der Forbidden City zurück ins Hostel bin, ging es Conny noch immer nicht besser. Sie hat ja bereits seit 4 Tagen einen Husten und heute morgen dann noch auf dem Tianamen Square ihr Frühstück verteilt, also beschlossen wir, dass wir besser mal einen Arzt aufsuchen. Also mit unserem Guide (einem Anderen als in der Forbidden City) ab ins Taxi und 10 Min. zu einem Krankenhaus mit englischsprachigen Ärzten.

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Nach Nümmerchen-Ziehen, Untersuchung und Blutprobe war dann klar, dass Conny nichts ernsthaftes hat. Eine große Erleichterung. Inzwischen ist es nochmal 3 Tage später und es geht ihr wieder wunderbar. Geholfen haben Antibiotika und irgendeine chinesische Magenmedizin. Sie hatte wohl neben ihrem Husten eine handfeste Lebensmittelvergiftung. Wir sind uns fast sicher, dass es das Hostel-Essen war, da wurden inzwischen auch schon Kakerlaken gesichtet.

Einen chinesischen Emergency Room möchte ich jedoch keinem empfehlen. Es war voll, heiß und dreckig. Überall waren Leute am husten, bluten oder kotzen. Mittendrin waren dann noch Leute am Essen. Bah. Der Arzt war allerdings super. Er war Mitte dreißig, sprach gutes Englisch und war sehr freundlich.

Ich glaube das war unser größtes Abenteuer bislang. Wir haben jetzt noch 2 Nächte in Beijing und dann geht es weiter nach Hangzhou und von dort in die Wildnis. Genug Zeit für Conny sich zu erholen.

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China–Ankunft in Beijing und Sonnenuntergang an der chinesischen Mauer

Um 6:30 Uhr morgens kam unser Nachtzug in Beijing an. Wir hatten alle nicht so richtig gut geschlafen. Der Zug war deutlich lauter als der letzte. Das Abteil in dem Conny und ich geschlafen haben lag zudem in unmittelbarer Nähe der Toiletten und es roch ab dem späten Abend doch schon sehr stark danach als hätte jemand im Zug eine exzellente Verdauung. NIcht so richtig lecker.

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Angekommen in Beijing, wartete direkt der Bus auf uns, der uns zum Hostel bringen sollte. Das ist nur 15 Minuten vom Bahnhof entfernt am weltberühmten Platz des himmlischen Friedens. Bereits auf dem Weg zum Hostel fiel uns auf, dass vieles hier in Peking erstaunlich neu ist. Ich vermute mal, dass viel für die olympischen Spiele neu gebaut oder renoviert wurde.

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Nach kurzem Aufenthalt im Hostel und Abladen unseres Gepäcks ging es dann ein wenig auf Erkundungstour. Einchecken und in unsere Zimmer dürfen wir erst morgen, denn die erste Nacht verbringen wir an der chinesischen Mauer und nicht im Stadtzentrum. Auch hier in Peking gibt es einen Bell-Tower, wie wir ihn in Xi’an schon gesehen haben, der liegt direkt an der Fußgängerzone, nicht weit vom Tianamen Square (Platz des himmlischen Friedens) und von der verbotenen Stadt.

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Weiter gings entlang der Fußgängerzone. Auch diese ist anscheinend nicht besonders alt. Insgesamt ist dieser touristische Teil auch sehr gepflegt und sehr westlich. Hier gibt es sogar einen Starbucks, die sieht man hier echt nicht oft. Auf dem linken Bild sieht man übrigens Conny und Ben aus Tasmanien durch die durchlöcherte Hecke.

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Mittels eines kleinen Stadtplans, den wir aus unserem Hostel mitgenommen haben, wanderten wir ein wenig umher. Ben suchte noch ein paar Briefmarken und Conny und ich wollten nur ein bisschen rumgucken. Der Maulwurf natürlich auch.

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Als uns der touristische Teil ein wenig zu langweilig wurde, sind wir einfach mal in eine kleine Gasse abgebogen und waren plötzlich im tiefsten Peking. Die Gassen waren relativ eng, die Verkabelung der dortigen Hütten eher abenteuerlich und es gab an jeder Ecke öffentliche Toiletten. Wir gehen mal davon aus, dass es in den Unterkünften dort keine Toiletten gibt. Insgesamt war es dort aber erstaunlich sauber, die Slums sind das also noch nicht.

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Danach sind wir zurück ins Hostel, haben schnell noch ein paar Dumplings gegessen und sind dann in den Bus zur chinesischen Mauer gesprungen. Heute werden wir dort den Sonnenuntergang sehen, morgen dann den Sonnenaufgang. Bislang spielt auch das Wetter mit, wir haben Sonnenschein und fast keinen Smog hier. Nur kalt wird es wohl, Nachts tatsächlich bis zu 0 Grad. Brrrrrr.

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Die Mauer an sich ist absolut atemberaubend. Für mich persönlich eines der Reisehighlights meines Lebens. Wenn man diese Weiten und diese Aussichten auf der Mauer sieht, bleibt einem schlichtweg die Spucke weg. Auch war ich total perplex von der Steigung auf der Mauer. An einigen Stellen ist es wirklich mehr Klettern als gehen.

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Wir waren auf einem alten Teil der chinesischen Mauer unterwegs – “ancient great wall” – und hatten somit das Glück, dass wir relativ alleine auf diesem krassen Stück Geschichte wandeln konnten. Die Kletterpartien hat es allerdings nicht erleichtert, dass die Mauer hier noch unberührt ist, an manchen Stellen ist es wirklich mehr Schutt als eine echte Mauer.

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Insgesamt bin ich etwa 5 Kilometer auf der Mauer herumgekraxelt, das sind in etwa 4 Wachtürme, die man dann passiert. Pünktlich zum Sonnenuntergang war ich ganz oben. Conny hat es etwas ruhiger angehen lassen, sie hat etwa 2/3 der Strecke gemacht, sie ist immernoch ein wenig erkältet, aber auf dem Wege der Besserung. Der Tag Pause in Shaolin hat ihr denke ich sehr gut getan.

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Tolle Fotos sind natürlich auch en Masse entstanden. Ich habe zwar sehr viele gemacht, auf den meisten sind Conny und ich allerdings nicht drauf. Alle anderen haben auf Fotos gehüpft, oder sich flach auf den Bauch gelegt oder Kung Fu auf der Mauer nachgestellt, ein paar Fotos davon gibt es dann morgen. Wir haben schon fest eingeplant, ein Foto mit uns auf der chinesischen Mauer später mal bei uns in die Wohnung zu hängen. Das gehörte nämlich definitiv zu den Momenten, wo ich mich kneifen musste, um sicherzugehen, dass ich nicht träume.

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Ich schätze mal, dass man die 1000 Meter Höhe schon locker hat, an der Stelle wo wir unterwegs waren. Alleine die Aussicht von den Wachtürmen ist gigantisch, ich hoffe das kommt auf dem Panoramafoto halbwegs rüber. Wenn man da oben steht, ist es unglaublich schwer bzw. vielleicht sogar unmöglich das alles in Fotos zu pressen, was sich um einen herum erstreckt. Ich war jedenfalls baff.

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Die Mauer war übrigens mal der Schutzwall zwischen China und der Mongolei und ist etwa 12.000 km lang. Conny hat extra nachgeschaut. Vom höchsten Punkt auf dem wir waren konnte man auch ein ganzes Stück Mauer sehen, aber egal wie hoch man kommt, das Ende ist natürlich nicht in Sicht. Sie schlängelt sich mit ihren charakteristischen Windungen einfach in Richtung Horizont.

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Auf der Spitze angekommen gab es dann erstmal eine Verschnaufpause. Wir sind ja erst am Vortag den Shaolin-Berg hochgelaufen und nun schon wieder so viele Höhenmeter, das schlaucht natürlich. Morgen geht es ja direkt nochmal hier hoch. Puh. Vom höchsten Punkt aus, hatte man eine grandiose Aussicht auf die umliegenden Berge. Prinzipiell waren übrigens fast alle Städte in China in denen wir bislang waren recht bergig.

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Nachdem die Sonne dann weg war, ging es wieder bergab, wo ich Conny dann wiederaufgesammelt habe. Gott sei Dank hatten wir beide eine Kamera, so dass auch Conny ein paar coole Fotos geschossen hat. So zum Beispiel vom Maulwurf und von mir. Smiley Insgesamt sind es jetzt übrigens *räusper* etwa 240 Fotos in zwei Tagen an der chinesischen Mauer gewesen. Die vom Sonnenaufgang kommen im nächsten Blogpost.

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Anschließend ging es dann fix in ein nahegelegenes Hotel. Uns war inzwischen auch ganz schön Kalt. Mit so einer Kälte haben wir ehrlichgesagt auch nicht so richtig gerechnet. Ich habe zum Beispiel ein Longsleeve, ein T-Shirt, ein Fleece und ein Hoodie getragen und mir war trotzdem kalt. Im Hotel gab es dann nochmal ein leckeres Abendessen, bevor wir dann vor 21 Uhr ins Bett gefallen sind, am nächsten Morgen gehts um 5:30 los. Puh.

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China–Shaolin Tempel und weiter nach Beijing

Oh nein oh nein. Heute Morgen ging es Conny garnicht gut. Sie hat ja seit 3 Tagen eine fiese Erkältung. Nach einigem Hin und her hat sie dann heute morgen beschlossen, den heutigen Trip zum Shaolin Tempel mit langer Wanderung nicht mitzumachen. Weise Entscheidung. Und während ich diese Zeilen tippe, geht es ihr auch schon deutlich besser, ich denke sie ist dann morgen wieder einsatzfähig. Also Marcus ganz alleine heute. Werde ich schon überleben. Es geht also wie gesagt zum Shaolin Tempel. Der Trip startet um 8 Uhr Morgens mit einer 15 Minütigen Busfahrt, also nicht ganz so weit weg.

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Auf dem weitläufigen Gelände muss man für alles was man machen möchte relativ weit laufen, auch die Straßen und Wege sind recht breit angelegt. Auf dem Weg zur eigentlichen Tempelanlage sahen wir als erstes erst mal diverse Kung-Fu-Schüler. Es gibt auf dem Gelände wohl relativ viele Schulen, an denen Shaolin Kung Fu gelehrt wird. Auch sind diese recht Prestigeträchtig, so dass viele reiche Chinesen ihren Nachwuchs hierhin schicken. Grundsätzlich lernt man auch an diesen Schulen ausschließlich Kung Fu. Kein Mathe, kein Physik oder sonstwas. Meistens sind die Schüler dann nur 1-2 Jahre hier und gehen davor und danach auf richtige Schulen.

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Auf dem Schulhof wurde auch relativ viel gesprungen und gekämpft, das war schon eine coole Show an sich, wir haben allerdings auch die Chance eine richtige Kung Fu Show zu sehen. Also weiter gehts zum Besucherzentrum und dort in eine Art kleines Theater.

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Die Show war ähnlich dem was wir in dem Waisenhaus gestern bereits gesehen hatten, jedoch etwas professioneller und etwas ausgereifter. Highlight für mich war der Teil, wo Leute aus dem Publikum live auf der Bühne Übungen von Mönchen nachturnen mussten. Zwei aus unserer Gruppe waren auch dabei und haben sich vor dem Publikum zum Affen gemacht. Sehr cool.

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Danach ging es dann in Richtung Dharma Cave. Das ist eine Höhle in den Bergen, wo dieser Mönch, Dharma, vor einigen Hundert Jahren für 9 Jahre meditiert hat. Danach haben dort noch weitere meditiert und zur Zeit meditiert dort seit 4 Jahren eine Frau. Der Weg führt steil bergan, also nichts wie los. Auf dem linken Bild sieht man das Ziel übrigens sogar ein bisschen. Links neben dem rechten Berg ist eine kleine Statue zu erkennen, diese war unser Ziel.

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Ein wenig verschwitzt konnten wir oben dann eine grandiose Aussicht genießen. Leider immer getrübt vom Smog, der sogar hier anzutreffen ist, obwohl alle größeren Städte 1-2 Stunden entfernt sind. Schade, alleine für die Aussicht hatte sich der Aufstieg aber gelohnt.

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Die Cave haben wir dann auch gefunden und auch die Frau die dort meditiert haben wir angetroffen und konnten kurz mit ihr sprechen. Einige von uns haben auch Räucherstäbchen für sie entzündet, ich aber nicht. Ich kenne mich mit dem Buddhismus nicht so richtig aus und wollte nichts falsch machen.

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An dieser Stelle erzählte uns unser Guide, Monika, dann auch die Story von dem Dharma-Typen. Und zwar gab es ursprünglich wohl nur eine Richtung im Buddhismus und zwar eine sehr egozentrische Sicht. Jeder versuchte halt für sich selbst ins Nirvana zu gelangen. Dieser Dharma Typ war aber der Begründer einer neuen Richtung, nämlich eine, die das eigene Streben nach Nirvana zugunsten von anderen Menschen aufgibt. Dieser Typ kam mit dieser Idee auf jeden Fall aus Indien nach China. Und dort hat ihn so ein zweiter Typ verspottet und dann ist er irgendwie weitergezogen. Der Typ, der Dharma verspottet hatte, hat dann aber gemerkt, dass der ein wichtiger Mönch ist und diese neue Glaubensrichtung mit sich bringt, also tat ihm das ziemlich leid und er ist angefangen ihm hinterherzureisen, um sich zu entschuldigen.

Da gibt es auch die Legende, dass Dharma an einen Fluss kam. Er fragte dann eine Frau die dort saß höflich nach einem Schilfblatt und überquerte damit den Fluss. Sein Verfolger hingegen nahm der Frau all ihr Schilf und ging damit unter. Der Unterschied in den Glaubensrichtungen wird hier wohl deutlich, da der Dharma Typ höflich gefragt hat und der Verfolger-Typ nur sein eigenes Interesse im Blick hatte.

Dharma ist dann irgendwann am Shaolin Tempel angekommen und wollte dort seine Glaubensrichtung lehren, durfte aber nicht, weil der Tempel damals Thaoistisch? oder so? war und die Leute dort das für unvereinbar hielten. Was macht er also? Geht in die angesprochene Höhle und meditiert 9 Jahre darüber, wie sich das alles vereinbaren lässt. So Nebenbei erfindet er dabei übrigens KungFu, indem er Affen, Schlagen und Tiger beobachtet und ihre Bewegungen nachahmt. Sein Verfolger ist dann irgendwann auch an der Höhle angekommen und um seine Zugehörigkeit zu der neuen Glaubensrichtung zu beweisen, stand er die kompletten 9 Jahre hinter Dharma während dieser meditierte.

Nach 9 Jahren dann ging Dharma erneut zum Tempel und erläuterte den Mönchen dort, dass die beiden Glaubensrichtungen überhaupt nicht unvereinbar sind und bot ihnen an, ihnen sein Kung Fu zu lehren, da die Mönche dort alle dick und fett geworden waren. Man akzeptierte das Angebot und somit war der Shaolin Tempel dann die Basis für Kung Fu und für den neuen Buddhismus.

Dharma hat seinem Verfolger bis zu diesem Zeitpunkt übrigens immernoch nicht vergeben und weigerte sich beharrlich ihn Kung Fu oder seine neue Glaubensrichtung zu lehren. Er meinte wohl “Erst wenn der Schnee rot ist, werde ich dich lehren”. Da eh gerade Schnee lag, schnitt sich sein Verfolger also einfach mal den Arm ab. Das hat dann ordentlich geblutet, der Schnee wurde rot und Dharma meinte das genüge als Beweis für seine Ehrlichkeit und er lehrte ihn das alles. Der Verfolge wurde dann der erste Nachfolger Dharmas.

Puh.

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Nach der Höhle ging es dann noch ein wenig weiter nach oben. Dort hatte man eine Statue errichtet. Die gleiche, die man auch auf dem ersten Foto vom Boden aus erahnen konnte. Das ist zwar kein Buddha, aber er wacht dennoch über die Ländereien dort. Perfekter Ort für eine kleine Rast und ein paar Fotos.

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Auf dem Weg zurück haben wir eine leicht andere Route gewählt. Zunächst einmal kamen wir zu ein paar Chinesen, die dort gepicknickt haben und für die wir das absolute Highlight des Tages waren. Viele Chinesen hier haben wohl bislang wenige westliche Menschen gesehen und rasten förmlich aus wenn sie welche sehen. Da werden dann Fotos gemacht, da wird gewunken, da wird Essen geteilt oder es wird sich einfach nur gefreut. So auch hier. Diesmal hatte es Dennis erwischt. Er sitzt auf dem linken Foto zwischen den Chinesen beim Picknick und musste Reiswein trinken und Dumplings mit ihnen essen. Smiley

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Auch eine alte Tempelanlage fanden wir auf dem Rückweg, diese schien aber nicht mehr so recht in Gebrauch zu sein. Weiter ging es dann zum Pagodenwald. Jeder Mönch, der wichtig für den Kung Fu war, bekam eine solche Pagode als Grabstein und sie werden dann alle relativ nah zueinander aufgestellt und bilden so einen Wald. Die neuesten waren erst wenige Jahre alt, es gibt also durchaus noch Mönche, die wichtig für den Kung Fu sind.

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Dann ging es zum eigentlichen Highlight, nämlich dem Shaolin Tempel selbst. Leider entpuppte sich das Highlight als relativ enttäuschend. Der Tempel wurde nämlich so oft niedergebrannt, dass der aktuelle gerade mal etwas über 60 Jahre alt ist. Schade.

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Es gibt nur noch sehr wenige originale Artefakte aus der ursprünglichen Shaolin Zeit. Eins davon findet man in den Bäumen auf dem Tempelgelände. Diese haben nämlich diverse Löcher, die daher kommen, dass die Mönche die Kraft ihrer Finger dort trainiert haben. Wir haben ja gestern einen im Waisenhaus gesehen, der einen Handstand auf 4 Fingern machen konnte. Die Finger werden wohl mit gezielten Schlägen auf den Baum trainiert.

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Das zweite original erhaltene Artefakt sind Löcher im Boden des obersten Tempels. Und zwar ist es so, dass KungFu Schüler beim Trainieren relativ häufig stampfen. Und irgendwann gibt der Boden halt nach, nachdem hier Generationen von Mönchen trainiert haben. Ich hoffe, man kann die auf dem Foto halbwegs erkennen.

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Ansonsten ähnelte die Tempelanlage schon stark der aus Chengdu, über die wir ja glaube ich auch ein bisschen gebloggt haben. Die Anlagen sind in der Regel riesig groß und vereinen oftmals auch unterschiedliche Glaubensrichtungen. Diese war z.B. 36.000 m² groß. Einige aus unserer Reisegruppe sind auch buddhistisch unterwegs und haben dort auch ein wenig gebetet. Auch Ellis Maulwurf hat es im Tempel wohl relativ gut gefallen Zwinkerndes Smiley

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Nach dem Shaolin Tempel hatten wir noch ein kleines Mittagessen und ein wenig Pause in unserem Hotel. Oder besser “Hotel”. Hatte Conny gestern schon über das Hotel geschrieben? Ich glaube nicht. Unser Bad stinkt auf jeden Fall bestialisch, das Klo läuft untenrum aus, unser Bett ist steinhart und überall in den Vorhängen hängen dicke Käfer. Nom nom nom. Hoffentlich wird das in Beijing besser.

Dann ging es ab zum Nighttrain, der fährt um 22 Uhr aus der nächstgrößeren Stadt ab. Zwei Stunden Fahrt hatten wir dorthin und am Bahnhof endlich mal wieder Zeit für ein westliches Mahl, nämlich Mc Donald’s. Yeah, das war mal wieder nötig.

Im Zug dann haben wir die bislang krasseste Form von Interesse an westlichen Menschen erlebt. Dort kam nämlich eine Frau auf uns zu die Conny und Amy (Reisegefährtin aus UK) prompt ihr Baby übergab und anfing Fotos zu machen. Fotos habe ich dann natürlich mal auch gemacht. Das Baby war übrigens angeblich 15 Monate alt und dafür erstaunlich groß und dick und fett. Und der Kopf ist fast so groß wie Connys Kopf. Ach ja. Es hatte auch einen blanken Arsch, da die Kinderhosen hier alle hinten einen Schlitz haben, damit die Darm- oder Blasenentleerung auch mal eben schnell am Wegesrand erfolgen kann. Haben wir schon mehrfach gesehen.

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Jetzt sind es einige Stunden im Zug. Morgen früh um 6:30 sind wir dann in Beijing. Ich freu mich schon.

Kategorien: China | Ein Kommentar

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